Bewerbungstrend: Pain Letter

Der neue Trend: Pain Letter statt Ich-kann-ich-habe-ich biete Anschreiben

Schwachpunkte erkennen

Lösungen für den zukünftigen Arbeitgeber anbieten

Bis heute werden in Kursen, die unter dem Titel „Wie bewerbe ich mich richtig“ laufen, mit den Kandidaten Anschreiben verfasst, die die Talente des Bewerbers in den Mittelpunkt rücken sollen. Im Grunde genommen sind sie eine Zusammenfassung des Lebenslaufes. Hier preist sich der Kandidat noch einmal exklusiv mit seinem Können an, und – wenn er es gut macht – stellt er noch einmal explizit heraus, wie er mit seinem Know-how das Unternehmen nach vorne bringen kann.

Viele Personaler sind aus diesem Grund schon dazu übergegangen, nur noch den Lebenslauf der Kandidaten zu studieren und das Anschreiben komplett außen vor zu lassen. Bewerber, die also – und darum geht es bei einer Bewerbung – zwischen allen anderen auffallen wollen, müssen neue Wege beschreiten. Ein Weg könnte der Pain Letter sein. Hier geht es tatsächlich darum, Schmerzen zu verursachen. Keine physischen, sondern einen Nerv des Unternehmens zu treffen, der sensibel ist.

Dazu ist eine gründliche Recherche erforderlich. Viele Unternehmen haben heute eine Reputation im Internet, werden von Kunden und Mitarbeitern bewertet oder äußern sich auch selbst kritisch über Herausforderungen, denen sie sich aktuell auf dem Markt stellen müssen.

Für einen Pain Letter suchen Bewerber nach einer Schwachstelle, die sie mit ihrem Know-how beseitigen könnten. Haben sie diese ausfindig gemacht, kann mit dem Schreiben des Pain Letters begonnen werden. Hier sollte am Anfang zunächst erst einmal etwas Nettes stehen. Warum möchte der Bewerber in diesem Unternehme arbeiten? Was gibt es Positives und Herausragendes über die Firma zu nennen? Ist es Marktführer in seiner Branche? Was macht es besser als andere Unternehmen? Im Anschluss kann das Pflaster abgenommen und der Finger in die Wunde gelegt werden. Der Anspruch ist es nun, Formulierungen zu finden, die nicht anklagend sind aber deutlich machen, dass es so auf keinen Fall weitergehen kann mit der Firma. Sie als Bewerber haben die Lösung für das Problem. Und zwar für genau eines. Machen Sie aus der Bewerbung keine Mängelliste, die dem Unternehmen seine Schwächen auf der Servierplatte präsentiert.

Verraten Sie jedoch nicht zu viel, sondern machen Sie lieber neugierig. Deuten Sie an, welchen Weg Sie gehen wollen, dass Sie über wichtige Kontakte verfügen etc. In einem Vorstellungsgespräch würden Sie dann alles Weitere genau erläutern wollen. So verleihen Sie Ihrem Pain Letter am Ende dann doch noch eine tröstliche Perspektive.

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