Karoshi

Tod durch Überarbeitung auch in Europa

Überarbeitung am Arbeitsplatz

Karoshi = Tod am Arbeitsplatz auf Japanisch

Der Begriff Karoshi stammt ursprünglich aus Japan und bezeichnet sprichwörtlich ein ‚sich zu Tode arbeiten‘. In einem Viertel der Japanischen Firmen leisten die Arbeitnehmer im Durchschnitt 80 Überstunden pro Monat – die meisten davon unbezahlt. Während zunächst nur Manager davon betroffen waren, machte sich das Phänomen in Japan schnell auch in der normalen Bevölkerung breit. Hinzu kommen die elterliche Prägung und die Erwartungen der Gesellschaft. Wer sein Arbeitspensum nicht schafft, seinem Chef nicht gehorcht oder mangelhafte Leistungen erbringt, der bringt Schande über die gesamte Familie.

Rund 200 Todesfälle konnte das japanische Arbeitsministerium im vergangenen Jahr auf Karoshi zurückführen. Die Todesursachen sind entweder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch die permanente Belastung entstehen oder Suizid, weil der Betreffende in seinem Leben keinen Sinn mehr erkennen kann.

Auch in Deutschland ist diese Entwicklung – wenn auch in einer abgeschwächten Form – nicht mehr zu leugnen. Wir sind ständig für Vorgesetzte und Kunden erreichbar. Es gibt ein Dienst-Telefon, das immer an ist und auch die eingegangenen Emails werden via Smartphone-App im Minutentakt geprüft. Wer nicht innerhalb von 10 Minuten auf eine Nachricht im Messanger antwortet, gilt als vermisst.

Woher kommt dieses Phänomen und was können wir dagegen tun? Ein wichtiger Aspekt sind die Vorgaben der Leistungsgesellschaft und das elterliche Vorbild. Erfolg und Glück sind im allgemeinen Verständnis immer eng mit den Begriffen Verdienst und Karriere gekoppelt. Es wird auf der Straße bei zufälligen Begegnungen nicht darüber gesprochen, welch ein Segen zwei gesunde Kinder ins Haus bringen, sondern wie hoch die letzte Gehaltserhöhung ausgefallen ist. Um hier glänzen zu können, stellen wir selbst hohe Ansprüche an uns. Auch die unsicher gewordenen Arbeitsverhältnisse halten dazu an, einfach mehr zu geben, als gefordert ist. Denn vor der Tür warten bereits andere, die bereit sind, noch mehr zu tun.

Wie kann es gelingen, wieder ein normales Maß zu finden? Nur darüber, die Begriff Work-Life-Balance wieder aktiv zu leben und beiderseitig in die Arbeitswelt zu integrieren. Unternehmen müssen die Überstunden ihrer Mitarbeiter im Blick behalten und die Gefahr erkennen, wenn die Lage ins Extreme wächst. Mitarbeiter ihrerseits müssen wieder lernen, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden.

Wer sich mit seiner Arbeitssituation überlastet fühlt, sollte über einen Jobwechsel nachdenken. Freie Stellen finden Sie auf workpool-jobs für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Hier können Sie auch ein Profil anlegen und sich von Arbeitgebern aus Ihrer Region finden lassen.

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